Cultures Interactive im November 2026
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Graffiti-Workshop in Sachsen

cultures interactive im November 2026

 
Liebe Leser*innen,

wie können Jugendliche aus ganz unterschiedlichen Umfeldern für demokratische und menschenrechtliche Haltungen gewonnen werden? Diese Frage beschäftigt uns seit der Gründung unseres Vereins und ist heute genauso aktuell wie noch vor 20 Jahren. Denn in vielen Regionen Deutschlands kommen Jugendliche heute kaum noch mit menschenrechtlichen oder demokratischen Haltungen in Kontakt. Wenn wir diese Jugendlichen erreichen wollen, müssen wir an ihren Perspektiven und Erfahrungen ansetzen. Das machen wir unter anderem in unseren Jugendkulturworkshops und in den Narrativen Gesprächsgruppen. Mit beiden Angeboten sind wir in den nächsten Wochen besonders an Schulen in Brandenburg und Sachsen unterwegs.
Für pädagogische Fachkräfte bieten wir in diesem Monat eine Vorlesungsreihe an, auf die wir Sie in diesem Newsletter hinweisen möchten. Außerdem wollen Ihnen ein Thema vorstellen, das uns insbesondere seit den Landtagswahlen im September beschäftigt: die Situation der Partnerschaften für Demokratie. Diese lokal verankerten Strukturen der Demokratieförderung geraten zunehmends unter Druck, ganz besonders dort, wo die extreme Rechte an politischem Einfluss gewinnt. Umso wichtiger, dass diese Struktur flächendeckend erhalten bleibt und eine breite Unterstützung erfährt. Mehr dazu weiter unten.

Herzliche Grüße
das Team von Cultures Interactive

Demo-Plakat "Demokratie ist nicht verhandelbar!"
Die Partnerschaften für Demokratie benötigen Unterstützung

Seit über zehn Jahren bestehen in vielen Kommunen und Landkreisen die sogenannten „Partnerschaften für Demokratie“, die – wie auch wir – über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert werden. Sie sorgen für die örtliche Anbindung des Bundesprogramms und der Demokratieförderung innerhalb des kommunalen Umfelds – auch dort, wo ansonsten keine menschenrechtlich intendierten Projekte und Initiativen (mehr) vorhanden sind. Wo demokratie- und menschenfeindliche Akteur*innen an Raum gewinnen, geraten deshalb oft auch die Partnerschaften für Demokratie unter Druck. Sie verfügen meist nicht über die Möglichkeit und die Mittel, sich gegen Kampagnen, Verleumdungen und manchmal auch gegen körperliche Übergriffe zur Wehr zu setzen. Insbesondere in Ostdeutschland gibt es immer wieder Versuche, die Partnerschaften für Demokratie abzuwickeln, für die eigenen – zum Teil extrem rechten – Ziele zu vereinnahmen oder sie in staatliche Strukturen zu überführen. Beides kann dazu führen, dass die bürgerschaftliche, lokal verankerte Grundlage und Unabhängigkeit von Demokratieengagement und Demokratieförderung verloren gehen. Welche konkreten Szenarien und Risiken für PfDs vorliegen und welche Bedarfe und Handlungsempfehlungen sich daraus für die Politikgestaltung von Bund, Ländern und Gemeinden ergeben, darüber erarbeiten wir derzeit – zusammen mit engagierten PfDs vor Ort – eine erste Sondierung, die wir Ihnen demnächst vorstellen werden.

 
JUGEND – Aufwachsen in der neuen Weltordnung 

Digitale Vorlesungsreihe in Kooperation mit dem Wochenschau Verlag und der Katholischen Universität Eichstätt

Im November und Dezember blicken wir in einer digitalen Vorlesungsreihe auf die Situation von Jugendlichen. Die Referent*innen analysieren darin, wie sich die Krisen der Jetztzeit und jüngsten Vergangenheit auf Kinder und Jugendliche auswirken, wie Schulen im Umgang mit Demokratie- und Menschenfeindlichkeit unterstützt und wie alle Jugendlichen darin gestärkt werden können, sich für eine demokratische und solidarische Gesellschaft sowie für ihre Freiheiten und Interessen zu engagieren. 

Soziale Arbeit, Kommune und Schule
Montag, 23. November 2026, 17:45 Uhr bis 19:30 Uhr

  • Christine Krüger, Eric Mülling: Neutralität als Forderung. Extrem rechte Einflussnahmen auf die Kinder- und Jugendhilfe
  • Silke Baer: Schule stärken im Umgang mit Demokratie- und Menschenfeindlichkeit

Wahlverhalten und Jugendszenen
Montag, 30. November 2026, 17:45 Uhr bis 19:30 Uhr

  • Marius Fröhle, Kira Renée Kurz: Zur Differenzierung des Rechtsrucks unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen
  • Marie Jäger, Oliver Müller: „Für jeden was dabei?!“ Zur Diversität und Attraktivität extrem rechter Identifikationsangebote für Jugendliche

Widerstand und Prävention
Montag, 7. Dezember 2026, 17:45 Uhr bis 19:30 Uhr

  • Tina Leber: „Die werden mich nicht aufhalten.“ Perspektiven von jungen Menschen im Engagement gegen Rechts und ihr Erleben von Bedrohungen
  • Stefan Tepper: Präventionsarbeit mit Aussteiger*innen – eine kritische Betrachtung und Vorschläge für die Praxis
Die Vorlesungsreihe im Detail
 
Simson, Sandmann, Ostfluencer

Fortbildung am 3./4. Dezember 2026 in Halle (Saale)
Bei vielen Menschen, die die Wende in Ostdeutschland miterlebt haben, ist der positive Bezug auf Ostdeutschland ein wichtiger Teil der eigenen Identität. In den letzten Jahren beobachten wir, dass sich auch immer mehr junge Menschen in Ostdeutschland positiv und selbstbewusst auf ihre ostdeutsche Identität beziehen. Neben Ostfluencer*innen, die mit negativen Klischees über Ostdeutschland aufräumen wollen, gibt es eine Vielzahl von Engagierten, die sich beispielsweise als Medienschaffende für eine emanzipatorische Entwicklung in Ostdeutschland engagieren. Daneben stehen aber auch regressive Ausprägungen ostdeutscher Identität: (n)ostalgische DDR-Bezüge, Ostdeutschland-Gesänge in Fußballfankurven oder Neonazi-Shirts mit der Aufschrift „Ostdeutschland“ in Fraktur. Die Fortbildung macht die Vielfalt ostdeutscher Lebenswelten sichtbar und schaut darauf, wie sich junge Menschen heute auf ihre ostdeutsche Herkunft beziehen. Außerdem bietet sie Raum für eine Selbstreflexion zum Thema und das gemeinsame Erarbeiten von Handlungsoptionen für die eigene Berufspraxis.

Alle Infos zur Fortbildung
 
Fachaustausch zur frauen- und mädchenspezifischen Islamismusprävention

Gemeinsam mit der BAG RelEx und dem AVP e. V. haben wir in der letzten Woche zu einem Netzwerktreffen zur frauen- und mädchenspezifischen Islamismusprävention nach Frankfurt am Main geladen. Dort stellten zunächst Mira Schwarz (Universität Erfurt) und Figen Denk (Hallesche Jugendwerkstatt) verschiedene Perspektiven auf Frauen im Salafismus vor. In Impulsvorträgen erklärten sie, welche Vorstellung von Weiblichkeit, Beziehung und Sexualität islamistische Angebote vermitteln und was dies für einige Frauen attraktiv macht. Anschließend gab es für die Teilnehmenden, die aus ganz Deutschland und zum Teil auch aus Österreich angereist waren, die Möglichkeit zum Fachaustausch, was intensiv genutzt wurde. Auch im nächsten Jahr soll daher ein weiteres Netzwerktreffen stattfinden.

 
Workshop mit Jugendlichen
Demokratische Jugendarbeit schützen

Diskussionspapier des Bezirksjugendrings Oberbayern
Wie können Jugendverbände und Jugendringe auch bei wachsendem politischen Druck handlungsfähig bleiben? Mona Harangozó vom Bezirksjugendring Oberbayern hat sich die Situation von Jugendverbänden in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern sowie Ungarn angeschaut und daraus Empfehlungen für andere Jugendverbände entwickelt. Es zeigt sich: Der demokratische Rückschritt beginnt oft schleichend und zivilgesellschaftliche Räume können sich schneller schließen als Institutionen reagieren können. Deshalb sind Jugendverbände und -vereine auf gegenseitige Unterstützung und öffentliche Aufmerksamkeit angewiesen. „Solidarität ist keine zusätzliche politische Aktivität, sondern ein Teil von Organisationsschutz“, so Harangozó.

Das Positionspapier als PDF
 
Unterstützung für Sachsen-Anhalt: das Netzwerk Polylux e. V.

Nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt wollen wir Ihnen in unserem Newsletter regelmäßig Kooperationspartner und Projekte vorstellen, die nun besondere Unterstützung gebrauchen können. Dazu gehört auch das Netzwerk Polylux, das Vereine, Initiativen und Verbände der kritischen Zivilgesellschaft in Ostdeutschland vor Ort und finanziell unterstützt. Damit will Polylux die demokratische Zivilgesellschaft in Ostdeutschland sichtbar machen, alternativen Projekten den Rücken stärken und dafür sorgen, dass entsprechende Projekte auch dann noch fortbestehen, wenn eine rechtsextreme Regierung ihnen die Finanzierung entzieht.

Zur Webseite von Polylux
Logo Demokratie leben!

Die Fachstelle Rechtsextremismusprävention von Cultures Interactive wird im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! gefördert. Für inhaltliche Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Publizierenden dieser Veröffentlichung die Verantwortung.

cultures interactive e.V.
Verein zur interkulturellen
Bildung und Gewaltprävention


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