Cultures Interactive im September 2026
NEWSLETTER September 2026

Im Browser öffnen
Button-Workshop mit Jugendlichen

cultures interactive im September 2026

 
Liebe Leser*innen,

nach den Ergebnissen der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt machen wir uns große Sorgen – um all diejenigen, die sich dort für Menschenrechte, für Demokratie und Klimaschutz einsetzen, um Menschen, die sichtbar oder unsichtbar einer Minderheit angehören und um die Kinder und Jugendlichen, die in einem zunehmend autoritären gesellschaftlichen Klima aufwachsen. Seit über vier Jahren sind wir mit unserer Beratungsstelle veritas selbst in Sachsen-Anhalt aktiv und konnten dabei viele engagierte Vereine und Projekte kennenlernen, von denen wir Ihnen in den kommenden Newslettern einige vorstellen möchten. Denn nun kommt es darauf an, die demokratische Zivilgesellschaft in Sachsen-Anhalt zu stärken, sich mit ihr zu vernetzen, mit Spenden zu unterstützen und keine weitere Normalisierung extrem rechter Haltungen und Taten zuzulassen – in Sachsen-Anhalt, aber auch darüber hinaus. 

Herzliche Grüße
das Team von Cultures Interactive

Simson, Sandmann, Ostfluencer

Fortbildung am 22./23. Oktober 2026 in Berlin

Bei vielen Menschen, die die Wende in Ostdeutschland miterlebt haben, ist der positive Bezug auf Ostdeutschland ein wichtiger Teil der eigenen Identität. In den letzten Jahren beobachten wir, dass sich auch immer mehr junge Menschen in Ostdeutschland positiv und selbstbewusst auf ihre ostdeutsche Identität beziehen. Neben Ostfluencer*innen, die mit negativen Klischees über Ostdeutschland aufräumen wollen, gibt es eine Vielzahl von Engagierten, die sich beispielsweise als Medienschaffende für eine emanzipatorische Entwicklung in Ostdeutschland engagieren. Daneben stehen aber auch regressive Ausprägungen ostdeutscher Identität: (n)ostalgische DDR-Bezüge, Ostdeutschland-Gesänge in Fußballfankurven oder Neonazi-Shirts mit der Aufschrift „Ostdeutschland“ in Fraktur. Die Fortbildung macht die Vielfalt ostdeutscher Lebenswelten sichtbar und schaut darauf, wie sich junge Menschen heute auf ihre ostdeutsche Herkunft beziehen. Außerdem bietet sie Raum für eine Selbstreflexion zum Thema und das gemeinsame Erarbeiten von Ableitungen für die eigene Berufspraxis.

Alle Infos zur Fortbildung
 
Unsere Kooperationspartner in Sachsen-Anhalt: die Bürgerstiftung Halle

Mit unserer Beratungsstelle veritas unterstützen wir seit mehr als vier Jahren Menschen in Sachsen-Anhalt im Umgang mit Verschwörungserzählungen in ihrem persönlichen oder beruflichen Umfeld. Das ist nur möglich dank einer Kooperation mit der Bürgerstiftung Halle, die sich zum Ziel gesetzt hat, in der Saalestadt Menschen zu verbinden und Barrieren zu überwinden. Dazu initiiert die Stiftung eigene Projekte und hilft anderen dabei, Projekte für Halle umzusetzen, die Menschen aus unterschiedlichen Generationen und Stadtteilen verbinden und das soziale Klima in der Stadt verbessern. Von Aufräumaktionen für mehr Sauberkeit in der Stadt über Breakdance im Hort, einem RapLab in den Schulferien, gemeinsames Singen im Park oder die Entwicklung von generationsübergreifenden Tanzstücken – die Bürgerstiftung setzt sich auf ganz vielfältige Weise für eine lebendige demokratische Kultur in Halle ein.

Zur Webseite der Bürgerstiftung
 
Antisemitismus erkennen, reflektieren, begegnen

Online-Fortbildung am 29. Oktober, 5. November und 19. November
Diese dreiteilige Fortbildung nimmt aktuelle Ausdrucksformen des Antisemitismus – etwa im Kontext des sogenannten Nahost­konflikts oder in Rechts­extremismus und Islamismus – kompakt in den Blick. Außerdem wird thematisiert, wie Fachkräfte der Jugend- und Sozialarbeit sowie pädagogische Fachkräfte aus Schule und Bildung wirksam mit Antisemitismus umgehen können. Ein Fokus liegt hierbei auf der Vorstellung und Erprobung von (Erst)Reaktions­möglich­keiten sowie Gesprächs­techniken. Die Fortbildung bietet dabei durchweg Raum für Diskussion und Erfahrungsaustausch. Die drei Module finden jeweils Donnerstagnachmittags von 14 bis 18 Uhr online statt.

Alle Infos zur Fortbildung
 
Graffiti auf einem Container
JUGEND – Aufwachsen in der neuen Weltordnung 

Digitale Vorlesungsreihe am 2., 23. und 30. November sowie am 7. Dezember 2026
Das Aufwachsen junger Menschen wird heute auch von Klimakrise, Kriegen, sozialer Ungleichheit und der Normalisierung autoritärer Positionen geprägt. Wie erleben Jugendliche diese gesellschaftlichen Veränderungen? Welche Folgen haben sie für ihre politische Teilhabe, Bildung und die Generationengerechtigkeit? In Kooperation mit dem Wochenschau Verlag und der Katholischen Universität Eichstätt veranstalten wir im November und Dezember eine digitale Vorlesungsreihe, in der wir auf die Situation Jugendlicher blicken. Wir schauen unter anderem darauf, wie sich die multiplen Krisen auf Jugendliche auswirken, wie Schulen im Umgang mit Demokratie- und Menschenfeindlichkeit unterstützt werden können und was extrem rechte Identifikationsangebote für Jugendliche attraktiv macht. Außerdem geht es um die Frage, wie diejenigen Jugendlichen gestärkt werden können, die sich für Demokratie und eine vielfältige Gesellschaft engagieren.
Die Fortbildungsreihe veranstalten wir zum Erscheinen der gleichnamigen Ausgabe der Zeitschrift Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit. Sie können sich sowohl für die gesamte Reihe als auch nur für einzelne Termine anmelden, die immer Montagabends von 17.45 bis 19.30 Uhr stattfinden.

Die Vorlesungsreihe im Detail
 
Geschlechtsspezifik und die Reflexion von Rollenvorstellungen in der Präventionsarbeit

Gender ist ein wesentlicher Faktor für Radikalisierungen. Das zeigt sich beispielsweise daran, wie Geschlechterrollen von extremistischen Gruppen in Stellung gebracht werden und an ihren jeweils geschlechtsspezifischen Rollenangeboten für (junge) Frauen und Männer. Dennoch sind die meisten Präventionsangebote bisher nicht geschlechterreflektierend oder genderspezifisch konzipiert. In einem Beitrag für den MOTRA-monitor 2024/2025 berichten Silke Baer und Marie Jäger von ihren Erfahrungen mit genderspezifischen Zugängen in politischer Bildung und Extremismusprävention.

Artikel als PDF
 
Graffiti auf einem Container
Schutz konkret machen – ein Kinder- und Jugendschutzkonzept für cultures interactive

Alle jungen Menschen, mit denen und für die wir arbeiten, sollen vor Grenzverletzungen, Übergriffen und Gewalt geschützt sein – vor körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt ebenso wie vor Vernachlässigung. Dafür arbeiten wir seit jeher entlang von Fachstandards und eigenen Handlungsleitfäden. Unser Arbeitsfeld stellt dabei besondere Anforderungen: Wir erproben Ansätze der Distanzierungsarbeit und der aufsuchenden Prävention – also Formate, die junge Menschen dort erreichen, wo menschenverachtende und demokratiefeindliche Haltungen virulent sind. Schutz braucht hier eigene, fachlich zugeschnittene Antworten. Deshalb sind wir als Träger derzeit dabei, ein eigenes Kinder- und Jugendschutzkonzept zu erarbeiten. An ihm wollen wir unsere Haltung und Praxis künftig regelmäßig überprüfen und weiterentwickeln. Sehr froh sind wir, dass wir diesen Prozess nicht allein gehen: Wir nehmen in diesem Jahr an der Fortbildungsreihe Kinder- und Jugendschutz im AdB des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten teil. Sie läuft bereits seit Anfang des Jahres und gibt uns nicht nur entscheidendes Handwerkszeug mit, sondern auch Gelegenheit zum intensiven Fachaustausch mit anderen Mitgliedseinrichtungen.

Logo Demokratie leben!

Die Fachstelle Rechtsextremismusprävention von Cultures Interactive wird im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! gefördert. Für inhaltliche Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Publizierenden dieser Veröffentlichung die Verantwortung.

cultures interactive e.V.
Verein zur interkulturellen
Bildung und Gewaltprävention


Mainzer Str. 11
12053 Berlin

info@cultures-interactive.de
Tel: +49 30 60 40 19 - 50
Fax: +49 30 60 40 19 - 46

Impressum

Datenschutz
Haftungsausschluss

Ich möchte mich von diesem Newsletter-Verteiler abmelden.
Ich möchte keine Nachrichten mehr von cultures interactive e.V. erhalten.




 Facebook  Twitter  Web  Instagram  Youtube