Cultures Interactive im Oktober 2025
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Skateboards die auf dem Boden liegen

cultures interactive im Dezember 2025

 
Liebe Leser*innen,

die persönliche Frage, was uns in diesen Tagen Hoffnung geben kann, macht manchmal hilflos – angesichts des massiven Erstarkens der autoritären Bewegungen weltweit und ihres offenen Zynismus. Vielleicht aber können wir heute umso mehr an ein ganz großes Vorbild aus früheren Jahrzehnten anknüpfen: den tschechoslowakischen Bürgerrechtler Vaclav Havel, der seinen unbeugsamen bürgerrechtlichen Einsatz nicht immer von einem Büro aus leisten konnte. Sein Wort von der Hoffnung ist in die Geschichte der Demokratiebewegungen eingegangen. Hoffnung nach Havel „ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“

Umso mehr bewegen uns derzeit besonders zwei Hoffnungen: (a) dass die staatlichen Organe der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2026 die Besonnenheit, Verantwortungsbereitschaft und Reaktionsfähigkeit finden werden, ihre Pflicht zur verfassungsrechtlichen Prüfung von politischen Parteien wahrzunehmen, deren Treue zur demokratisch-freiheitlichen Grundordnung und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt begründet in Zweifel stehen, und (b) dass wir als aufgeschlossene und verantwortliche Bürger:innen, die stets den Dialog zu allen suchen, die Fähigkeit aufweisen werden, den Anhänger:innen von bezweifelten Parteien stets mit vollem Respekt für ihr politisches Engagement zu begegnen und sie aufrichtig zu ermuntern und aktiv darin zu unterstützen, in jedem Fall weiterhin politisch beteiligt zu sein.

Deshalb haben wir, Cultures Interactive e.V., – im Sinne der tätigen Hoffnung – gerade im letzten Jahr unseren Schwerpunkt auf Methoden der Dialogbefähigung und Erstreaktionskompetenz zusätzlich verstärkt, um dazu beizutragen, den gesellschaftlich-demokratischen Zusammenhalt in unserem Land zu festigen. Dies tun wir mit Trainings für zivilgesellschaftlich Engagierte zur dialogischen Überwindung von (gesellschaftlicher) Spaltung und geopolitisch bedingter Konfliktverhärtung, Kommunikationsberatung für Betroffene von Verschwörungserzählungen, Fortbildungen zur dialogischen Reaktion in Situationen der diskursiven Demokratiegefährdung bzw. Menschenfeindlichkeit, Online-Strategien für das moderierende Einwirken auf zynische oder antidemokratische Chat-Gruppen, jugendkulturelle Kreativ-Workshops und Narrative Gesprächsgruppen in Schulen zur Erschließung des Sagbaren und der persönlichen Gesprächsfähigkeit.


Herzliche Grüße
das Team von Cultures Interactive

Danke Armed Angels!

Das Kölner Fashion-Label Armed Angels hat in Zeiten, in denen unsere demokratische Grundordnung zunehmend unter Druck gerät, ein starkes Zeichen für eine offene und aktive Zivilgesellschaft gesetzt. Im Rahmen der von Eike König entworfenen Democracy Campaign erzielte das Unternehmen gemeinsam mit weiteren Künstler*innen einen Gewinn von 32.355,54 €. Dieser Betrag wurde geteilt, aufgerundet und jeweils 16.200 € an HateAid sowie an cultures interactive e.V. gespendet – zur Unterstützung der Demokratiearbeit online wie offline.

Diese tolle Spende ermöglicht uns im kommenden Jahr in Workshops und Schulprojekttagen demokratische Grundhaltungen und die Dialogfähigkeit junger Menschen zu stärken. So leisten wir gemeinsam einen Beitrag zu einer Gesellschaft, in der es weniger Spaltung und mehr Austausch gibt.

Mit dieser Kampagne hat Armed Angels uns jedoch nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch ein bedeutsames Zeichen der Anerkennung für unsere Arbeit in der Demokratieförderung insgesamt gesetzt.

Wir bedanken uns von Herzen für dieses großartige Engagement!

Zur Kampagne
 
Partnerschaft für Demokratie

Auftakt zum Fachtransfer zwischen den Partnerschaften für Demokratie und dem Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention (Komp:Rex)

Angesichts eines weiter erstarkenden Rechtsextremismus kommt es mehr denn je auf Vernetzung, professionellen Austausch und gegenseitige Unterstützung demokratischer Akteure an. Cultures Interactive e.V. lud mit der fa:rp (Fachstelle für Rechtsextremismusprävention) am 22. und 30. September 2025 im Namen des KompRex zum bundesweiten Online-Vernetzungstreffen 2025 mit den Partnerschaften für Demokratie (PFD) ein.

Ziel war es, den PFDs die Träger des Kooperationsverbundes und ihre Arbeitsschwerpunkte vorzustellen und gleichzeitig Bedarfe aus den verschiedenen Regionen zu eruieren. Die über 70 Anmeldungen aus dem gesamten Bundesgebiet zeigen nicht nur das große Interesse, sondern auch den erheblichen Handlungsdruck im Themenfeld. Dementsprechend bleiben wir am Ball und tauschen uns auch in 2026 weiter zu aktuellen Herausforderungen aus.

Zur Homepage der fa:rp
 
Jetzt KompRex Newsletter abbonnieren!

Mit der fa:rp – der Fachstelle für Rechtsextremismusprävention – ist cultures interactive e.V. einer der sechs Träger des KompRex – Kooperationsverbunds Rechtsextremismusprävention. In diesem Netzwerk haben sich die Amadeu Antonio Stiftung, die BAG Kirche und Rechtsextremismus, der Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland, der Verein Gesicht Zeigen! sowie die Bildungsstätte LidiceHaus zusammengeschlossen, um gemeinsam den neuen Herausforderungen durch Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu begegnen.

Gemeinsam bündeln wir Wissen und Erfahrung aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen: zivilgesellschaftliche Vernetzung, Kirche, türkischer Rechtsextremismus, Schule und Jugendarbeit, Wirtschaft und Justiz sowie Familie. Unsere vielfältigen Perspektiven ermöglichen es uns, breit aufgestellt Akteur*innen durch Vernetzung, Professionalisierung, Qualifikation und Beratung zu unterstützen. Unser Angebot richtet sich an zivilgesellschaftliche Projekte und Träger, an Regelstrukturen sowie an Behörden.

Damit Sie keine unserer Unterstützungsangebote – wie Fortbildungen und Vernetzungstreffen – verpassen, abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter und bleiben stets auf dem neuesten Stand!

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Wenn Orientierung bröckelt, stärken wir Fachkräfte und Angehörige mit Wissen, Haltung und praktischer Unterstützung

3,5 Jahre veritas Sachsen-Anhalt!

Die veritas Beratungsstelle in Sachsen-Anhalt arbeitet seit dreieinhalb Jahren im Handlungsfeld Verschwörungsideologien. In dieser Zeit haben wir in mehr als 200 Beratungssitzungen sowie in zahlreichen Workshops und Fortbildungen Menschen begleitet, die direkt oder indirekt von dieser Thematik betroffen sind.

Ob im Privatleben oder im beruflichen Umfeld: Breitet sich Verschwörungsglauben aus, geraten Beziehungen und Kommunikationswege schnell unter Druck. Der damit verbundene Leidensdruck ist hoch. Zugleich zeigt sich immer wieder: Menschen wollen verstanden werden, Entlastung erfahren und neue Perspektiven entwickeln.

Die Gründe für eine Hinwendung zu Verschwörungsideologien sind vielfältig. Häufig kommen persönliche Krisen, Zukunftsängste, übermäßiger Social-Media-Konsum, Einsamkeit oder ein Gefühl geringer Selbstwirksamkeit zusammen.

Verschwörungsglauben rührt nicht nur an Fragen des gesellschaftlichen Miteinanders – er stellt auch Institutionen und wissenschaftliche Fakten infrage oder weist sie vollständig zurück. Viele Verschwörungserzählungen tragen demokratiefeindliche, menschenverachtende oder antisemitische Elemente in sich – mit entsprechendem Radikalisierungspotenzial. Umso wichtiger ist es, frühzeitig gegenzusteuern und Menschen in belastenden Situationen zu stabilisieren.

Gemeinsam suchen wir nach Räumen, in denen Verunsicherung abnimmt, Dialog wieder möglich wird und Menschen zurück in ihre eigene Handlungsfähigkeit finden.

Zur Website
 
Chat-Narrativ goes Chill Chat

Wir alle kennen das!  Neulich erst wieder! Ich geh ins Internet und was passiert? Ich treffe auf Chats und bin sprachlos…

Verblüffung, Entrüstung und Hilflosigkeit. Ich will hier raus! Oder blende es aus. Denn was soll man da nur reinschreiben? Es ist ja niemandem geholfen, aus dem Chat rausgeworfen zu werden.

Unser einjähriges Sondierungsprojekt „Chat, narrativ! In (Gaming-)Chats narrativ mitreden – und (Selbst-)Hass abwenden!“ hat Online-Gruppen beobachtet und Möglichkeiten des „dialogisch-narrativen Mitredens“ ausprobiert. Nach anfänglichen Suchbewegungen haben sich tatsächlich viele Gespräche ergeben und es konnten verschiedene Interventionstechniken getestet werden.

Wie sich z.B. die Dialogstrategie und der Gestus des „unwissenden Neugierig-Seins“, der „dosierten kratzbürstigen Widerrede“ oder auch des „narrativen Woher-kommt-das-bei-dir-eigentlich?“ genau umsetzen lassen, werden wir in der Abschlussbroschüre festhalten.

Das derzeit beantragte Aufbauprojekt „Chill-Chat“ will hiermit sozusagen Schule machen – und „aufsuchenden Dialog online durch Jugendliche“ auf den Weg bringen, sodass z.B. Schüler*:innen der Oberschule „engagierte Dialogkompetenz für junge Menschen in herausfordernden Chat-Gruppen“ erwerben können.

Dabei würden die Jugendlichen in der praktischen Auseinandersetzung und im direkten Dialog online ihr politisch-demokratisches Selbstverständnis schärfen und genauer erfahren, was es heißt, in einer freiheitlichen, (rechts)sicheren und demokratischen Gesellschaften zu leben und sich aktiv, aber ohne Überhitzung zu engagieren.

Zum Projekt
 
Jetzt bewerben: „Hako_reJu“ Qualifizierungskurs 2026

Im Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin / Brandenburg zur Vermittlung eines Handlungskonzepts für Jugendarbeit und Schule

Auf Tiktok verbreiten sich Hass und Hetze, neonazistische Jugendgruppen nutzen Social Media gezielt, um Jugendliche für Proteste zu mobilisieren. Mehr als 20 Prozent der 18- bis 27-jährigen stimmen inzwischen menschenfeindlichen Aussagen zu. Diese Entwicklungen zeigen sich auch in Einrichtungen der Jugend(sozial)arbeit sowie in Schulen.

Um adäquat und wirksam reagieren zu können, benötigen Fachkräfte Kenntnisse über aktuelle rechtsextreme Jugendphänomene, über Hinwendungs- und Radikalisierungsprozesse bei Heranwachsenden sowie Fach- und Praxiswissen zu Präventions- und Interventionsansätzen.

Deswegen vermitteln wir spezifisches Sach- und Handlungswissen und wenden es in der Fortbildung auf Praxisfälle an. Die Teilnehmenden entwickeln gemeinsam fallbezogene Maßnahmen, um in ihren Arbeitsbereichen menschen- und demokratiefeindlichen Haltungen entgegenzuwirken und Kinder und Jugendliche in demokratischen Haltungen zu stärken.

Zum Angebot
Logo Demokratie leben!

Die Fachstelle Rechtsextremismusprävention von Cultures Interactive wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert. Für inhaltliche Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Publizierenden dieser Veröffentlichung die Verantwortung.

cultures interactive e.V.
Verein zur interkulturellen
Bildung und Gewaltprävention


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